„Mein wichtigstes Werkzeug ist der Föhn“

Der Berliner Künstler Daniel Harms stellte sich den Fragen der Zehntklässler

Am 25.11.2016 um 15:35 Uhr betritt Daniel Harms, begleitet von seinem langjährigen Freund Sascha, das Schulgebäude, während bereits im Inneren der Trubel des Weihnachtsbasars nicht zu überhören ist. Bereits zwei Tage zuvor verursachte die Ankündigung seines Besuches helle Aufregung bei den 10. Klassen (ehemaliger WPK-Ästhetik-Kurs). Ein unüberhörbares Raunen füllte den Raum. Die Schüler fingen sogleich mit der Vorbereitung an: Gestaltung eines Plakats, Bemalung der Tafel, wohl überlegte Fragen, Anfertigung roter Pfeile, ein wesentliches bildnerisches Element Harms'.

Feuer gefangen hatten die Schüler während eines Besuches im Frühjahr in der Galerie Richter, wo Daniel Harms seine Serie „Küstennebel“ präsentierte. Fasziniert von seiner bildnerischen Darstellung und von seiner Sicht der Welt hatten die Schüler im Stile seiner Arbeiten ihre Ideen in eigene Bilder umgesetzt.

Umso aufregender war nun der Live-Auftritt seiner Person. Die Begegnung fand im Kunstraum statt. Daniel Harms platzierte sich im Schneidersitz auf das Lehrerpult. Nein - gesiezt werden wollte er nicht. Habe er ein Lieblingsbild? Gebe es Bilder, die er nicht verkauft? Gingen ihm auch einmal die Themen aus oder habe er auch schon einmal in Öl gemalt? Und wie lange bräuchte er für ein Bild? Was sei das Wichtigste, um als Künstler auf dem Kunstmarkt bestehen zu können? Wie würde er selbst seine Bilder beschreiben?

„Ja, es gibt Bilder, die ich nicht hergebe.“ Bei einigen Bildern sei er froh, wenn sie aus seinem Blickfeld verschwinden. Zwischenzeitlich habe er mit Ölfarben gemalt; doch diese seien für seine Malweise zu träge. Die Trocknungszeit sei zu lang. „Mein wichtigstes Werkzeug ist der Föhn“ - so Harms. Ein schneller Maler ist er. Ein Bild in der Größe von 1.80 x 2.40m steht in 1,5 Tagen; er beginnt frühmorgens und endet mit dem Malen nachts um 4.00Uhr.

Seine eigene Malerei beschreibt er als „laut“, „eine Mischung aus Ästhetik und Hässlichkeit“.

So gibt er den Schülern die eindringliche Botschaft: „Ihr könnt alles machen, die Welt steht euch offen.“ Weiterhin betont er: „Macht euch Skizzen, schreibt alles auf.“ Letztlich sei es der Wille, der Glaube und nicht das Talent, was den Erfolg ausmache.

Im Anschluss an das Gespräch signierte Harms für die Schüler mitgebrachte Plakate seiner neuen Serie „Mirror“, zu sehen in der anaid art gallery in Berlin. Es folgten Fotos und Selfies mit den Schülern.

Derzeit zeigt auch die Galerie Richter in einer Gruppenausstellung Arbeiten von dem umworbenen Künstler. Ein Besuch lohnt sich!

 Der Nachmittag bleibt wohl für die Schüler unvergessen. Und vielleicht auch für Daniel Harms.

                                                                                                         Bericht Antje Konnopka

 

 

   
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