Zweiter Platz bei Landeswettbewerb für Lütjenburger Tüftler

Am Freitag, dem 23.02.2018, nahmen drei Lütjenburger Gymnasiasten am Landeswettbewerb "Jugend forscht" in Elmshorn teil. Lotta Hackbarth, Justus Böhm und Leif Hauschild hatten eigens für diesen Wettbewerb einen Fensterscheibenreinigungsroboter entwickelt und in wochenlanger privater Arbeit gebaut. Am Ende stand eine funktionierende Erfindung mit ein paar Schwächen, weshalb es nicht zum 1. Platz reichte, der allerdings bei diesem Landeswettbewerb auch vakant blieb. Hans-Jürgen Schekahn berichtet in den Kieler Nachrichten vom 06.03.2018 ausführlich über die drei Tüftler.

 
Die Scheibenwischer von der Schulbank
 
Lütjenburger Gymnasiasten sind beim Wettbewerb „Jugend forscht“ mit einer besonderen Maschine dabei
 
Von Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Man muss Luft holen, um den Namen auszusprechen. So lang ist er: Fensterscheibenreinigungsroboter. Mit diesem Gerät schafften die Lütjenburger Gymnasiasten Lotta Hackbarth (18), Leif Hauschild (17) und Justus Böhm (17) den zweiten Platz beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“. In die Massenproduktion geht der Roboter aber nicht.

Am Anfang war die Frage an Freunde und Familie: In welchen Momenten im Leben könnte es einfacher, leichter sein? Aus den Antworten filterte das Trio eine Sache heraus: Fensterputzen. Dafür bräuchte es eine Maschine, die dem Menschen die Arbeit abnimmt. Ende November fiel der Entschluss, sich bei „Jugend forscht“ zu beteiligen. Heraus kam ein Modell, das so funktioniert: Von einem Dach lässt eine Automatik den eigentlichen Fensterscheibenreinigungsroboter herab. Der besteht aus einer Schiene, auf der Scheibenwischer montiert sind. Und dann heißt es: ran ans Glas für gute Sicht. Klingt einfach. War es aber nicht.

Die drei haben in den letzten sieben Wochen fast ihre komplette Freizeit geopfert. Von der Schule gab es extra einen Tag frei, um die Montage vor dem Wettbewerb zu schaffen. Stunde um Stunde kümmerte sich Justus Böhm um die Programmierung des Programms. Das Auf und Ab. Das Hin und Her. Die Scheibenwischer spucken per Druckluft Reinigungsmittel und Wasser auf die Scheibe.

Der Roboter (mittlerweile demontiert) funktionierte auch, aber er hatte eindeutig Materialschwächen, wie sich die Erfinder selbst eingestehen. Man habe die günstigsten Motoren gekauft, die natürlich nicht die leistungsfähigsten waren. Man habe schließlich mit dem Geld auskommen müssen.

Die Aufhängung an der Dachzentrale verbog sich etwas. Die Leitungsführung nach unten hätte optimaler laufen können. Und mit zwölf bis 16 Sensoren wäre der Roboter so schlau gewesen, dass er sich die Formate und Lage der Fenster einer ganzen Hausseite merkt. Aber auch dafür reichte das Budget nicht.

Eine Einsicht der jungen Erfinder am Ende: Es wäre ein großer technischer und finanzieller Aufwand, so einen Fensterroboter in Wirklichkeit zu bauen und zu betreiben. Ist da die menschliche Arbeitskraft nicht günstiger und einfacher? Ist die Maschine wirklich eine sinnvolle Alternative? Ein Merkmal spricht allerdings für den Roboter. Wenn der von der Hauswand fällt, gibt es nur einen Sachschaden, so Jonas Böhm. Bei einem Korb mit einem Menschen darin, wäre das ein großes Unglück.

Die Juroren beim Landeswettbewerb in Elmshorn vergaben für die Leistung der jungen Lütjenburger einen zweiten Platz. Der erste, der zur Teilnahme am Bundeswettbewerb berechtigt hätte, blieb unbesetzt. Sie hätten mehr mit Berechnungen und Formeln arbeiten sollen. Angaben zur Materialbelastung oder Drehmomenten fehlten den Gutachtern. Letztlich bleibt der Fensterscheibenreinigungsroboter aus Lütjenburg mehr eine kluge Erfindung als Forschung, so das Urteil. Auch wenn die Maschine der Traum aller Hausbesitzer mit vielen Fensterscheiben wäre.

Der Fensterscheibenreinigungsroboter der drei Gymnasiasten aus Lütjenburg entsteht in einem für Tüftler typischen unübersichtlichen Umfeld. ©
 
 
Sie erreichten einen zweiten Platz im Wettbewerb „Jugend forscht“ (v. li.): Leif Hauschild, Lotta Hackbarth und Justus Böhm. ©
 
 
   
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