Jüdische Kultur und Geschichte zum Anfassen

Nachdem das Gymnasium Lütjenburg sich erfolgreich beworben hatte, rollte der "on.tour"-Bus des Jüdischen Museums Berlin am Morgen des 10. Oktober 2014 vor die Aula des Schulzentrums. In den folgenden sechs Schulstunden gaben die drei Mitarbeiter des Museums den Schülerinnen und Schülern der 9. und 11. Klassen die Gelegenheit, über jüdische Kultur und Geschichte ins Gespräch zu kommen. Das geschah einerseits im Rahmen von Workshops, andererseits in der Aula über Exponate des Jüdischen Museums, die den Schülern die jüdische Kultur ganz anschaulich präsentierten. Die Kieler Nachrichten vom 11.10.2014 berichten ausführlich über den Museumstag im Gymnasium.

Update vom 31.10.2014: Zusätzlich zum KN-Artikel sind jetzt Fotos von Herrn Mallon zu sehen!

 
 
„Begreifen“ der Geschichte ist erwünscht
 
Museumspädagoge vom Jüdischen Museum Berlin gestaltete Workshop am Lütjenburger Gymnasium

Lütjenburg. Was ist Antisemitismus? Warum gibt es immer noch Judenwitze? Wie entwickelt sich tödlicher Hass auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe? Es waren harte Nüsse, die Samuel Schidem dem 11. Jahrgang am Lütjenburger Gymnasium am letzten Schultag vor den Herbstferien zu knacken gab. Der Museumspädagoge vom Jüdischen Museum Berlin war allerdings auch nicht für einen Smalltalk gekommen. Vielmehr ging es in seinem Workshop darum, die Schüler mit jüdischen Alltagsproblemen in Deutschland zu konfrontieren.

Gemeinsam mit seinen Kollegen Alexander Green und Johannes Schwarz nahm er sich einen ganzen Vormittag Zeit für das Projekt Ontour – Das Jüdische Museum Berlin macht Schule. Wie zuvor schon in Elmshorn, Meldorf, Neumünster und Owschlag ging es den Dreien auch in Lütjenburg darum, Schüler der 9. und 11. Jahrgänge mit der deutsch-jüdischen Geschichte, der jüdischen Religion sowie Lebenswegen bekannter und unbekannter Juden bekannt zu machen. In einer Ausstellung in der Mensa wurde eine Reihe Exponate präsentiert, die ausdrücklich auch zum „Begreifen“ animierten.

Die älteren Jahrgänge bekamen die Aufgabe, Lebenswege von Juden nachzuzeichnen, die nach 1945 geboren wurden. Im Anschluss an die Vorstellung der Gruppenarbeiten fragte Schidem die jungen Leute, ob die Deutschen aus ihrer Geschichte gelernt hätten, wie sie es heute mit Minderheiten hielten, ob eine erneute Vernichtung oder Vertreibung einer Bevölkerungsgruppe aus religiösen oder rassischen Gründen heute denkbar sei.

Beworben um den Besuch des Museums hatte sich das Gymnasium mit einem originellen Beitrag: Geschichtslehrer David Fraesdorff hatte mit seinen Schülern eine Thora-Rolle eingesandt. Über den Zuschlag freuten sich auch Schulleiterin Wolfgard Bock und Gabriele Romig. Die Abteilungsleiterin im Bildungsministerium lobt diesen besonderen Lehransatz, Geschichte anhand persönlicher Schicksale zu erarbeiten. Das garantiere eine nachhaltige Wirkung, lobte sie während des Besuches in der Mensa. Peb

In der Wanderausstellung des Jüdischen Museum Berlin begutachten (v. l.) Lucas, Niklas, Justus und Tammo in der Mensa des Lütjenburger Schulzentrums Exponate, die eng mit dem Judentum verbunden sind

Foto Braune

 

Folgende Fotos hat Herr Mallon während der Veranstaltung gemacht:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   
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